Der “neue” Mann im Keller - Ein Interview

Seit dem ersten August 2008 ist der 28-jährige Florian Zeller der für den Weinausbau verantwortliche Kellermeister in der Winzergenossenschaft Wolfenweiler. Im Interview beantwortet er Fragen zu seiner Laufbahn, den Herausforderungen und Freuden seines Berufes und verrät seine Weinfavoriten.

Herr Zeller, welches waren die Stationen Ihrer Laufbahn bis zum Eintritt in die Winzergenossenschaft Wolfenweiler?

Zum Weinküfer ausgebildet wurde ich in der Winzergenossenschaft Britzingen, hier war ich auch anschließend als Geselle zwei Jahre tätig. In Weinsberg habe ich dann meine Meisterprüfung absolviert. In der Weinkellerei Hassler in Riegel konnte ich vier Monate lang als 2. Kellermeister weitere Erfahrung sammeln, bevor ich dort als 1. Kellermeister die Verantwortung für den Weinausbau hatte.

Der erste, arbeitsreiche Herbst in Wolfenweiler liegt hinter Ihnen. Funktioniert die Zusammenarbeit mit den Winzern reibungslos?

Ich bin von den Winzern und den Mitarbeitern im Keller sehr gut aufgenommen worden, die enge Abstimmung und die Umsetzung des Leseplans funktionierten einwandfrei!

Was ist das Besondere an Ihrem Beruf?

Das Schöne ist die Arbeit mit einem Naturprodukt. Dabei ist alles von den Launen der Natur abhängig, nichts ist wirklich planbar, jeder Jahrgang besitzt seine vom Wetter beeinflussten Eigenheiten. Da ist natürlich die Herausforderung, in jedem Jahr Weine mit besonderer Qualität zu erzeugen. Dabei ist es immer wieder spannend, die Prozesse von der Traube zum fertigen Wein zu begleiten, zu beobachten wie sich die Weine mit der Lagerdauer im Holzfass oder Stahltank entwickeln.

Welche “Weinmoden” beobachten Sie?

Der Trend geht klar zu jungen und spritzigen Weißweinen. Im Sommer sicher auch verstärkt zu Rosé. Bei den Roten sind im Barrique ausgebaute Spätburgunder und Rotweine im internationalen Stil gefragt.

Wie sieht es bei den Flaschenverschlüssen aus? Der Naturkork wird ja weltweit immer mehr von alternativen Verschlüssen verdrängt.

Der elegante “Longcap”-Drehverschluss ist absolut im Kommen. Auch wir werden in Zukunft einen großen Teil unserer Weine damit versehen. Weine im hochwertigen Premiumbereich, die für eine längere Flaschenreife geeignet sind, werden weiterhin mit Kork verschlossen. Naturkork wird sicher nicht vom Markt verschwinden.

Welches sind Ihre persönlichen Weinfavoriten?

Ich trinke gerne junge frische Weißweine, insbesondere Gutedel und Weißburgunder. Im Rotweinbereich genieße ich am liebsten einen klassisch ausgebauten, eleganten Spätburgunder.